Blitz-Gescheit

Richtiges Verhalten bei Gewitter kann Pferd und Reiter das Leben retten

Ein Artikel von Redaktion | 27.06.2023 - 12:38
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Gewitter stellen für Pferde und ihre Reiter:innen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.
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Statistiken zufolge sterben weltweit rund 24.000 Personen durch einen Blitzschlag, zehnmal so viele werden verletzt. Immer wieder sind auch Reiter:innen darunter, und das aus gutem Grund: Durch die Schrittspannung ist die Kombination Pferd und Mensch besonders anfällig für die elektrischen Entladungen. Blitzstrom breitet sich an der Einschlagstelle nach allen Richtungen im Boden aus. Mit zunehmender Entfernung vom Einschlagsort wird damit die auftretende Spannung zwischen zwei Punkten mit gleichem Abstand immer geringer. Da beim Pferd aufgrund seiner Anatomie Hinter- und Vorderbeine – an denen sich häufig auch noch Eisen befinden – relativ weit voneinander entfernt sind, kann der Spannungsunterschied beträchtlich ausfallen. Die große Gefahr dabei: Je deutlicher der Spannungsunterschied, desto mehr Strom fließt. Deshalb enden Blitzschläge für Pferde häufig tödlich.
 

Die wichtigsten Do's and Don'ts bei Gewitter

  • Besteht die Chance auf ein Gewitter, ist es zur eigenen Sicherheit und der des Pferdes grundsätzlich ratsam auf einen Ausritt zu verzichten. Wer unterwegs von einem Unwetter überrascht wird, sollte absteigen und einen sicheren Ort zum Unterzustellen suchen. Gute Dienste leistet hier eine Scheune oder Schutzhütte.
  • Befindet man sich auf freiem Feld, gilt als oberstes Gebot, nicht der höchste Punkt im Gelände zu sein. Mulden, Gräben, Hohlwege oder zumindest der Fuß einer Böschung bieten etwas Schutz vor Blitzschlag. Wählt man eine dieser Möglichkeiten, ist folgendes zu beachten: Metallgegenstände ablegen (Gürtelschnallen, Uhr, Halsketten etc.) und Schutzstellung einnehmen (Beine zusammen, möglichst kleine Standfläche, geduckte Haltung).
  • Auch ein Wald kann Schutz bieten, allerdings sollte man mindestens 100 m ins Waldesinnere Reiten, da Waldränder stark blitzgefährdet sind. Was man bedenken sollte: Bei gleichzeitig auftretendem starken Wind geht von herabfallenden Ästen eine zusätzliche Gefahr aus.
  • Fernhalten sollte man sich unbedingt von erhöhten, exponierten Flächen, einzelnen Bäumen und kleineren Baumgruppen sowie von Gewässer.
  • Auch die Nähe zu größeren Metallkonstruktionen wie Funktürmen, Eisenbrücken, Hochspannungsmasten ist zu meiden, da sie Blitze regelrecht anziehen.
  • Ein weiteres lebenswichtiges Gebot, das vielen sicherlich nicht leicht fallen wird heißt: weg vom Pferd! Wenn die Möglichkeit besteht, den Vierbeiner anbinden und sich selbst zumindest drei Meter entfernen. Auch Gruppenbildung ist zu vermeiden.
  • Pferde, die sich im Anflug eines Gewitters draußen aufhalten, sollte man am besten in den Stall holen. Das gilt insbesondere für Tiere, die auf freien Weideflächen ohne windgeschützte Senke oder Unterstand stehen.
  • Im Sommer bilden sich Gewitter besonders rasch. Suchen Sie deshalb rechtzeitig Schutz und warten Sie nicht, bis Sie den ersten Donner hören oder schon Blitze zucken sehen!